In der DDR bestand zur Zuchtauslese ein Punktesystem bzw. Wertmessziffern ähnlich des DMC
Die SDG setzte bezüglich der Zucht hohe Maßstäbe. Die Zucht hatte nur zu erfolgen mit temperamentvollen Hunden mit starken Charakter und sehr guten Gebrauchshundeeigenschaften. Sie sollten bis ins hohe Alter gesund sein und keinerlei erbliche Mängel aufweisen. Bevorzugt wurden gut pigmentierte Hunde mit guter Konstitution und großer Ausdauer. Es durften nur rassereine und eingetragene Hunde zur Zucht eingesetzt werden die absolut HD-frei waren. Noch normale oder noch zugelassene Hunde wurden von der Zucht ausgeschlossen. Des weiteren mussten sich alle Hunde im Alter von 12 Monaten sowie die Mutterhündin einer Nachzuchtbeurteilung unterziehen, wo z.B. die Stellung der Ohren, die Zähne, das Temperament, das Vorhandensein der Hoden beim Rüden, Fell, Aussehen sowie die HD Untersuchung überprüft wurden. Dies war Vorraussetzung für den Erhalt der Ahnentafel. Diese Ergebnisse wurden in regelmäßigen Abständen veröffentlicht.
Die Schwerpunkte der zuchtmethodischen Arbeit waren:
1. Nachzuchtbeurteilung:
In ihr wurden 70-80% der eingetragenen Welpen erfasst. Die Ergebnisse ergaben eine genaue Erbwertanalyse der Vater- und Muttertiere. Die jährlichen Nachzuchtbeurteilungen in ihrer Gesamtheit und auch die Vererbungsergebnisse aller Rüden wurden jährlich gedruckt und allen Mitgliedern zugänglich gemacht.
2. Das Wertmeßziffer-System
Bei fast allen Hunden mit ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung) oder Körung ist die WZ (Wertmeßziffer) angegeben. Durch dieses System kann sich ein Leser eines Berichtes, ohne den Hund persönlich zu kennen, auf einen Blick die Charakteristik ableiten.
3. Das Familienleistungsblatt
Es wurde in der Zuchtbuchstelle geführt. In ihm wurden die Vererbungsergebnisse aller in der Zucht stehenden Hündinnen und Rüden festgehalten. Von allen Nachkommen wurden darin die Ergebnisse der Nachzuchtbeurteilung, der Schutzhundprüfungen, der Schauen sowie der Zuchttauglichkeitsprüfungen und Körungen geführt. Mit dem Familienleistungsblatt konnte jederzeit über die Gesamtvererbung der Rüden und Hündinnen Auskunft gegeben werden.
5. Die Boniturzeichen
Die Nachzuchtbeurteiler, Zuchtrichter und Körmeister verwendeten vorgedruckte Boniturkarten; auf der dort enthaltenen Skelettzeichnung wurden alle Körpermerkmale mit einheitlichen Boniturzeichen gekennzeichnet. Die Bonituren wurden durch die Formwertnote und durch die ersten drei Zahlen der Wertmeßziffern ergänzt. Die Boniturzeichen ermöglichen eine sehr gründliche Richterausbildung, sowie eine genaue Beschreibung der Hunde und die Erstellung detaillierter schriftlicher Richterberichte. Der Zuchtleitung lieferten die Boniturkarten wertvolle Informationen sowie Material für Schulungen und Vergleiche.
6. Zuchteignung und Körsystem
Die Hunde hatten sich im Alter bis zu 24 Monaten einer ZTP (Zuchttauglichkeitsprüfung) zu unterziehen. Ab dem 24. Monat konnte dann eine Ankörung für 3 Jahre erfolgen. Erst dann durfte auf Lebenszeit gekört werden.
Auszüge aus der PO BH
Voraussetzung für alle Prüfungsarten war die Begleithundeprüfung. Allgemein ist hier zu sagen, es wurde nicht so viel Wert auf absolute Sauberkeit der Ausführung gelegt, wie wir es heute kennen. Die Ausführung war ausschlaggebend. Vergleichen könnte man es heute noch mit dem KNPV- Programm in Holland. Besonderes Augenmerk legte man auf den Schutzdienst. Hier waren Hunde mit Schneid und Mut gefragt, da der Stockschlag auch hier vor dem Anbiss kam. Und Stockschlag war auch so gemeint, da der Stock vom Haselnussbaum nebenan stammte. Es gab noch kein Wedeln mit einer Schaumgummifitsche wie heute. Markant war der Oberarmbiss. Auch der Stirnangriff frontal auf den Hund machte seinen Namen alle Ehre. Der Hundeführer musste seinen Hund 1min. ablegen und aus der Sicht gehen. Bei SchH1 erfolgte der Angriff dann auf 5m - bei SchH3 auf 10m Entfernung. Der Hund hatte den Helfer so lange zu bewachen bis der HF am Hund war. Reviert wurden 10 Verstecke ! Sechs vorwärts und vier zurück.
Apportiert wurde einmal ebenerdig, springend über eine 1,00m Hürde sowie über eine 1,80! hohe glatte Wand. Klettersprung! Kein Überlaufen einer hügelartigen Kletterhürde wie heute! Die Apportierübung heute konzentriert sich auf eine -sitz gerade und knautsche nicht- Übung!
Dazu kam noch das Überlaufen eines Schwebebalkens sowie eine Kriechübung. Diensthunde erlernten noch das Klettern von Leitern und Treppen.
Gefährtet wurde auf natürlich verlaufenden Bodenverhältnissen. Es konnte schon mal eine Bahnlinie dazwischen liegen. Unbefangenheit wurde auch schon mal am vorbeifahrenden Zug überprüft. Hinzu kam, daß die Hunde nach der FH-Prüfung einen Schutzdienstteil zu absolvieren hatten.