Gesundheit > Herzerkrankungen
DCM Gentest
Sensoria:
@ Alex
Einige getestete Hunde haben DCM und wurden negativ getestet.
Ingolf:
Hallo,
ingesamt gut dass es den Test gibt. 3-4 unerwartete, wenn auch nicht unerklärliche Ergebnisse.
Nach allem was ich gelesen habe(Abstract) scheint der Test valide und bietet eine Erklärung für das Vorkommen der DCM in der Dobermannpopulation(oder in Teilen der Population). Bei einer Prävalenz der positiven DCM-Ergebnisse von 50% liegt man momentan leicht unterhalb der von Wess postulierten Daten. Nur bei einem grossen Unterschied zwischen den Ergebnissen (Untersuchung Wess / Gentest Meurs)können wir von einem weiteren DCM-Gen ausgehen. Ich persönlich glaube nicht daran(Wahrscheinlichkeit einer Mutation im Bereich von 10 hoch -6), aber ausschliessen kann man es nicht. Die Varianz im Erkrankungsalter kann aber durch Haplotypen des Titingens erklärt werden(MOLECULAR GENETICS OF DILATED CARDIOMYOPATHY
IN THE DOBERMANN DOG / Polona Stabej 2005 Chapter 7), auch Meurs hat, sofern ich mich erinnere es gelesen zu haben, 2002 und 2005(2007) weitere Gene entdeckt, die sehr stark mit DCM assoziert sind, die aber selber die DCM nicht hervorrufen, wohl aber beeinflussen können.
Zu den Ergebnissen muss grundsätzlich gesagt werden, dass nur die Probe, die unter dem Namen des Hundes abgegeben wurde, mit dem entsprechenden Ergebniss versehen ist(Die Finnen haben im Gegensatz zu den Amerikanern eine kontrollierte Probenabnahme).
Zu den jeweiligen Eltern des Hundes können wir ohnehin nichts sagen, da kein genetischer Abstammungsnachweis vorliegt.
Ich rate da zur Vorsicht! Schnell wird ein Hund oder die Eltern eines Hundes, oder der Test für unvalide erklärt, weil evt. Betrüger die Probe von Nachbars Fiffy abgegeben haben oder der eigene Rüde die Hündin noch mal nachgedeckt hat oder der verkaufte Welpe gar nicht die Eltern hatte .
Insgesamt sind die Ergebnisse bis jetzt aber für mich erklärlich.
Wir können es uns nicht leisten Hunde aus der Zucht zu nehmen. Aber einer der beiden Zuchtpartner sollte DCM-Genfrei sein(-/-). Dann wäre die Population innerhalb von 10-12 Jahren ebenfalls nahezu DCM frei.
Das Vorkommen des DCM-verzögernden oder die Krankheit verhindernden Charakters , beim reinerbigen(homozygoten)Vorkommen eines bestimmten Titinhaplotypen, erweitert unser Zuchtspektrum ebenfalls.
Grundsätzlich wird aber das spätere Zuchtgeschehen eher durch die gesetzliche Gewährleistungspflicht geregelt werden. Denn der Verkauf einer defekten Sache(DCM Gen im Dobermann) zieht sicher dort eine Verpflichtung über die gesetzliche 2-jährige hinaus(bei späterer Erkrankung) nach sich(das ist im Ausland eher schwer durchzusetzen).
LG
Ingolf
js_finland:
--- Zitat von: Ingolf am 10. Dezember 2010, 13:13:47 ---Wir können es uns nicht leisten ingesamt Hunde aus der Zucht zu nehmen. Aber einer der beiden Zuchtpartner sollte DCM-Genfrei sein(-/-). Dann wäre die Population innerhalb von 10-12 Jahren ebenfalls nahezu DCM frei.
Das Vorkommen des DCM-verzögernden oder die Krankheit verhindernden Charakters , beim reinerbigen(homozygoten)Vorkommen eines bestimmten Titinhaplotypen, erweitert unser Zuchtspektrum ebenfalls.
--- Ende Zitat ---
Ja, dass stimmt!
Antje:
Hi,
ich finde, das man auf jeden Fall betroffene Hunde aus der Zucht nehmen sollte. Bei den Hovis wird auch kontrolliert ob Erbkrankheiten auftreten. Die betroffenen Eltern inkl.!!! Nachzucht werden NICHT in die Zucht aufgenommen bzw. von der weiteren Verwendung ausgeschlossen. Also es geht wenn man wirklich will!!
Aber am aller erschreckensten finde ich die enorme Inzucht die momentan betrieben wird!! Schaut man sich mal hier auf der Seite oder auf Working-Dog die Ahnentafeln an, dann da brutal enge Inzuchten zu sehen!! Das gehört abgestellt!!!!!
Gruß Antje
Alex:
@Ingolf
Vielen Dank für Deinen Beitrag.
Ich versuche mal Ihn wieder in's Abstracte zu übersetzen...
--- Zitat ---Die Varianz im Erkrankungsalter kann aber durch Haplotypen des Titingens erklärt werden(MOLECULAR GENETICS OF DILATED CARDIOMYOPATHY
IN THE DOBERMANN DOG / Polona Stabej 2005 Chapter 7), auch Meurs hat, sofern ich mich erinnere es gelesen zu haben, 2002 und 2005(2007) weitere Gene entdeckt, die sehr stark mit DCM assoziert sind, die aber selber die DCM nicht hervorrufen, wohl aber beeinflussen können.
--- Ende Zitat ---
Es könnten also weitere Gene vorhanden sein, welche DCM nicht hervorrufen, DCM aber in soweit beeinflussen können, dass das Erkrankungsalter variiert. Je nach Typ (Haplotyp des Titingens) können manche Hunde schon in sehr jungem Alter erkranken und andere dagegen erst sehr spät.
Ist das so ungefähr richtig...???
Habe ich es richtig verstanden, dass Du nicht davon ausgehst, dass es eine weitere Mutation (Defektgen welches DCM auslöst) vorliegt, sondern das diese Haplotypen auf anderen Genen der Grund sein könnten, weshalb die Untersuchungen von Dr. Wess nicht mit denen von Meuer übereinstimmen?
Persönlich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Mutation der amerikanischen Dobermänner auf einem anderen Gen, bzw an einer anderen Stelle sein sollte, da doch (leider) all unsere Hunde mit einander eng verwandt sind... :-\
--- Zitat ---Das Vorkommen des DCM-verzögernden oder die Krankheit verhindernden Charakters , beim reinerbigen(homozygoten)Vorkommen eines bestimmten Titinhaplotypen, erweitert unser Zuchtspektrum ebenfalls.
--- Ende Zitat ---
...wieder ganz abstract gefragt ;), Du würdest die reinerbigen (homozygoten) DCM-Vererber zur Zucht zulassen, wenn sie Träger des bestimmten Typs wären, der DCM verzögert (die Hunde also erst spät erkranken)?
--- Zitat ---Grundsätzlich wird aber das spätere Zuchtgeschehen eher durch die gesetzliche Gewährleistungspflicht geregelt werden. Denn der Verkauf einer defekten Sache(DCM Gen im Dobermann) zieht sicher dort eine Verpflichtung über die gesetzliche 2-jährige hinaus(bei späterer Erkrankung) nach sich(das ist im Ausland eher schwer durchzusetzen).
--- Ende Zitat ---
Genau das habe ich mir auch schon vor Augen geführt. Denn sobald ein Gentest vorliegt und die Hunde alle getestet werden, verkauft man einen misch- oder reinerbigen Hund mit einem Mangel. D.h. im Kaufvertrag muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden...
--- Zitat ---weil evt. Betrüger die Probe von Nachbars Fiffy abgegeben haben oder der eigene Rüde die Hündin noch mal nachgedeckt hat oder der verkaufte Welpe gar nicht die Eltern hatte .
--- Ende Zitat ---
Auf die Idee mit der falschen Probe wäre ich gar nicht gekommen.. :o, aber Du hast Recht und das mit dem Nachdecken des eigenen Rüden wird wohl leider mehr als einmal vorgekommen sein. Warum sollte es auch anders als im SV gelaufen sein, dort war es ja auch Gang und Gebe, bis endlich der DNA-Test Pflicht wurde. Der wäre natürlich auch für unsere Rasse mehr als überfällig und sinnvoll!!!
@Sensoria
--- Zitat ---Einige getestete Hunde haben DCM und wurden negativ getestet.
--- Ende Zitat ---
Wie ist das zu verstehen?? Wie von Ingolf beschrieben, weil eine falsche Blutprobe abgegeben wurde?? Oder, weil der Gentest vielleicht doch noch nicht ganz endgültig vollkommen ist??
LG Alex
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