Kommt Ihnen das bei Ihrem Hund bekannt vor?:
"Immer wieder mal, in fast regelmäßigen Intervallen: Darmgrummeln, Stuhldrang, blutiger Stuhl, schleimiger Durchfall, schwallartiger Durchfall.“
Vielleicht ist es IBD (Inflammatory Bowel Disease)?
Diese chronische Erkrankung kann bei allen Hunden vorkommen und oft bereits in jungem Alter. Eine symptomatische Behandlung schafft nur vorübergehend Besserung. Trotz Behandlung nehmen die "Darmkrisen" mittelfristig an Intensität und Häufigkeit zu.
Ursachen für IBD sind vielschichtig:
Mikroorganismen-Fehlbewuchs, Dysregulation des Immunsystems oder Nahrungsallergene provozierten ganz offensichtlich diese Art der chronisch-wiederkehrenden Darmentzündungen.
Die typische Symptomatik der IBD (Inflammatory Bowel Disease) tritt nicht unbedingt mit allen im Folgenden geschilderten Einzelsymptome auf.
Hier nur das Wesentliche - der Dickdarm- oder Dünndarm- Symptomatik, deren exakte Differentialdiagnose durch den Tierarzt/-ärztin gestellt werden sollte:
Dickdarmschwerpunkte
• Allgemeinbefinden ungestört, in der Regel kein Fieber
• öfters mal kleine "kompartimentierte" Kotballen (wie "Nürnberger Würstchen")
• allgemein steigernde Unruhe, teilweise auch zunehmende
• Unzugänglichkeit oder Schreckhaftigkeit (Psycho-somatische Komponente)
• auffallend laute Darmgeräusche,
• häufiger Kotabsatz ( >3mal täglich, bis zu 10 mal)
• teilweise explosionsartige Kotentladung ohne große Absatzmenge
überwiegend kleine Kotmengen,
• überwiegend schleimig, teilweise auch (hell-)blutig strähnig beaufschlagter Kot
• immer wiederkehrendes Geschehen, sich teilweise über die Zeit (Jahre!) langsam steigernd
• klassische Durchfallbehandlung –wenn überhaupt – kaum erfolgreich
• auffallende, kurzzeitige positive Reaktion auf parenterale Kortisonapplikation
Dünndarmschwerpunkt:
• Eher Erbrechensneigung schleimigen Magenguts bei teilweise massivem Darmgeräusch
Endoskopie eines IBD-Dickdarms:
gelbe Schleimhautabschilferungen = Schleim; aufgereiht erscheinende entzündete Lymphfollikel (Peyersche Plaques)
IBD-Symptom: Blutiger Schleim im Kot (links),
normaler Kot (rechts)
Therapie:
Es sind dringend weitere Studien über diese deutlich zunehmende Erkrankung des Hundes nötig, um neue Therapiemöglichkeiten zu erforschen.
Zurzeit wird folgendes pragmatisch-diagnostische und therapeutische Vorgehen empfohlen:
• Ausschluss von Giardien (ELISA-Kotuntersuchung) und sonstigen Parasitosen
• Bei älteren Hunden Rektale Untersuchung, ggf. endoskopischer Ausschluss von Tumoren wie z.B. Polypen.
Die medikamentöse und diätetische Therapie sollte ein Tierarzt individuell abgestimmt im Einzelfall entscheiden. Wenn der Tierarzt keinerlei Erfahrung mit IBD hat oder gar diese Erkrankung nicht kennt, empfiehlt sich einen mit Erfahrung aufzusuchen!