Autor Thema: Komplikationen nach CT  (Gelesen 5250 mal)

Offline sanne28

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Komplikationen nach CT
« am: 23. Juli 2010, 13:31:01 »
Hallo,

ich bin neu hier und möchte gerne über meine Dobermannhündin, die 8 Jahre alt ist berichten und gerne eure Einschätzung einholen.

Wir habe sie seit mittlerweile 7 Jahren und haben sie damals aus dem Tierschutz übernommen. Nach einer längeren Eingewöhnungszeit hat sie sich prächtig entwickelt und ist ein ganz bezauberender Hund.

Kürzlich musste ich dann feststellen, dass sie Probleme beim Aufsstehen und Laufen hat. Ich hatte mich im Vorfeld bereits mit dem Wobbler Syndrom auseinander gesetzt und bin in der Hoffnung zum Tierarzt, dass es dies nicht ist. Der Tierarzt empfahl mir eine CT Untersuchung, um eine endgültige Diagnose zu erstellen. Ich stimmte der Untersuchung zu, da ich wissen wollte, was es ist und ob man ggf. etwas machen oder beachten muss. Das CT wurde dann einige Tage später gemacht und damit fing das Drama an. Der Arzt rief mich nach der Untersuchung an und teilte mir mit, dass es sich um das Wobbler Syndrom handelt, ich war sehr traurig über die Diagnose. Er bestellt uns noch am gleichen Abend ein, um die Bilder anzusehen und zu besprechen. Er sicherte mir zu, dass ich sie am nächsten Tag abholen könnte, da er sie über Nacht gerne noch beobachten würde. Am nächsten Tag rief ich an um zu fragen, wann ich meinen Hund holen kann. Auf der anderen Leitung war großes Schweigen: Ich würde zum Arzt durchgestellt, der mir mitteilte, dass mein Hund nicht aufstehen kann, dies sei eine Komplikation nach einer CT Untersuchung. Ich war mehr als geschockt und fragte mehrfach nach, durch was so etwas passieren kann. Leider bekam ich keine Antwort und würde auf den nächsten Tag verdrößtet. Man sei sich sicher, dass wir sie an Tag drauf holen können und wir sollten uns keine Sorgen machen. Als ich am nächsten Tag anrief, ging es ihr noch schlechter, da noch eine Aspirationspneumonie dazu gekommen sei, weil durch die Untersuchung die Speiseröhre gelähmt sei. Ich war fertig mit der Welt und bin sofort hingefahren und war entsetzt, was ich zu sehen bekam. Dem Hund ging es mehr als schlecht. Mittlerweile sind einige Tage vergangen und die Sensibiltät kommt zurück, sie kann wieder sitzen und sich besser bewegen, allerdings nicht aufstehen. Es ist ein dauerendes Auf und Ab.

Hat jemand von euch so etwas schon mal gehört, dass es derartige Komplikationen durch eine CT Untersuchung geben kann.

Ich wäre für jeden Tipp und Ratschlag sehr dankbar.

Liebe Grüße,

Susanne

Offline Alex

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #1 am: 23. Juli 2010, 18:31:02 »
Hallo Susanne,

tut mir unendlich leid!!!
Ich weiß, wie schlimm ein solcher Anblick ist und es zerreißt einem wirklich das Herz. Ich habe meinen ersten Dobermann wegen eines Bandscheibenvorfalls verloren. Wir hatten ihn damals operieren lassen und er lebte noch drei Jahre. Er hatte sich recht gut erholt, auch wenn es nie mehr so war wie vorher. Drei Jahre später war die nächste Bandscheibe betroffen, man nennt es Dominoeffekt. Der Hund war nun fast zehn Jahre und wir wollten ihm diese Strapatzen der OP und Nachbehandlung nicht mehr antun, dass hätte er auch nicht mehr geschafft.

Beim Wobbler ist das Problem noch etwas schlimmer, da zwar auch die Bandscheiben auf das Rückenmark drücken (daher die Lähmungserscheinungen), aber zusätzlich noch eine Verschiebung mehrerer Halswirbel vorliegen. Die Erfolgschancen einer OP sind nicht immer gegeben und die OP an sich, sowie die Nachbehandlung sind fast schon eine Qual. Oft sind die Hunde danach erst einmal völlig gelähmt und müssen neu Laufen lernen, das kann Monate dauern... :-\

Ich denke es war bei Eurer Hündin nicht die CT an sich, sondern viel mehr das Überstrecken des Halses für die Aufnahme, welches Nerven eingeklemmt hat.

LG

Alex

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #2 am: 24. Juli 2010, 09:49:40 »
Lieber Alex,

danke für deine nette Nachricht. Hast du denn schon von solchen Komplikationen nach einer CT Untersuchung gehört? Ich hatte mich im Vorfeld natürlich mit dem Wobbler Syndrom auseinander gesetzt und weiß, was dies bedeuten kann. Die Bilder der CT Untersuchung habe ich auch gesehen, da deutet nichts auf einen akuten Vorfall hin, aber du könntest natürlich recht haben, dass dies durch die Überdehnung bei der Untersuchung kommt. Ich bin eben so wahnsinnig enttäuscht, dass mir keiner sagt, wie es dazu kommen konnte. Die CT Aufnahmen wollen die mir auch nicht aushändigen und ich habe natürlich Sorge etwas auf den Tisch zu hauen, so lange meine Hündin noch dort ist. Es geht sicher nicht darum, jemanden die Schuld zu geben, aber ich hätte gerne eine Erklärung.

LG;

Susanne

Offline Alex

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #3 am: 24. Juli 2010, 10:16:53 »
Ohje, arme Susanne,

dass ist wirklich schlimm, wenn der eigene Hund in der Klinik ist und es geht ihm so schlecht, man selbst kann nicht bei ihm sein und weiß nicht, was da ab geht.
Du hast völlig Recht, aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass man Ärzten nie blind vertrauen kann und es immer angebracht ist selbst mit zu denken!
Was die CT angeht, bin ich mir nicht sicher, ob hier Kontrastmittel in das Rückenmark gespritzt wird. Weißt Du es? Falls ja, sind mir Komplikationen in diesem Zusammenhang bekannt. Es ist nämlich eine hoch sensibele Angelegenheit, bei der schnell was daneben geht. Z.B. ist mir ein Fall bekannt, bei dem dann das Kontrastmittel bis in das Gehirn vorgedrungen ist. Ich denke die Auswirkungen, wenn dieser Vorgang schief läuft, sind recht vielseitig.
Ich habe keine Ahnung, ob sie Deiner Hündin Kontrastmittel gespritzt haben oder ob sie die Aufnahme einfach so gemacht haben. Über die Risiken hätten sie Dich aber wirklich aufklären müssen. Falls Kontrastmittel in das Rückenmark gespritzt wurde, wäre es eine Erklärung für die Komplikation und würde natürlich gern verschwiegen werden, da dann eben etwas schief gelaufen ist.

Bei meinem Rüden war der Zustand nach dem Röntgen auch immer schlechter, eben wg. dem Überstrecken. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es solche Ausmaße annehmen kann.

Falls Du vor der Entscheidung stehst, OP oder nicht, würde ich an Eurer Stelle erst alles mögliche mit Medikamenten probieren. Der Verlauf des Wobblers scheint bei jedem Hund anders zu sein und ich habe viele kennengelernt, die nur mit Medis noch ein recht gutes Leben hatten. Es muss nicht immer so schlimm verlaufen!

Drücke feste die Daumen für Dein Mädchen!!!

Viele liebe Grüße

Alex

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #4 am: 24. Juli 2010, 10:58:44 »
Hi Alex,

danke für die Unterstützung und den Trost. Es ist schlimm, ich wollte nur die Ursache ihrer Probleme herausfinden und dann kommt so etwas dabei raus. Die CT Untersuchung wurde mit Kontrastmittel gemacht. Ich habe gelesen, dass dies bei zu schnellem Spritzen oder beim Spritzen von zu viel Kontrastmittel diese Komplikationen auftreten können, ob dies stimmt, weiß ich nicht. Als wir die CT Bilder angeschaut haben, bekamen wir die Empfehlung, erst mit Medikamenten und Physiotherapie zu versuchen. Was ich auch machen wollte, anscheinend hat man da noch nicht gemerkt, was passiert ist, denn eigentlich sollte ich am Tag darauf abholen. Interessanterweise habe ich mich vorher noch erkundigt, wer ein CT machen kann. Die Klinik, wo wir dies haben machen lassen hat einen sehr guten Ruf. Man sieht, dass dennoch immer etwas passieren kann.

Ich werde dran bleiben und alles mögliche tun, solange dies Aussicht auf Erfolg hat.

LG und vielen Dank,

Susanne

Offline Peter J.

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #5 am: 24. Juli 2010, 12:01:29 »
Hallo Susanne, hallo Alex,

ich habe im ersten Moment auch an Kontrastmittel gedacht, jedoch wieder verworfen, weil eine CT gemacht wurde.
Wenn eine CT gemacht wird ist es normal nicht üblich, dass auch eine Myelographie gemacht wird.
Das kenne ich eigentlich nur, wenn über ein Röntgenbild ausgewertet wird.
Auch denke ich, dass, wenn eine CT gemacht wird, sowohl Woobler, als auch cauda equina und andere Diagnosen
wie Bandscheibenvorfälle oder Spondylosen sicher diagnostitiert werden können

Die Symtome weisen also tatsächlich auf falsch gespritztes Kontrastmittel hin.
Hier stellt sich mir die Frage, warum wurde bei einer CT zusätzlich Kontrastmittel gespritzt?

Ich kenne vier Hunde, bei denen eine Myelographie gemacht wurde, zwei davon gingen spritztechnisch
in die Hose, zwei, darunter mein eigener Diensthund, haben es gut überstanden.
Es muss nicht so sein wie vermutet, kann aber, wobei natürlich ein überstrecken der Halswirbel auch nicht ohne ist.

Grüsse Peter

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #6 am: 24. Juli 2010, 12:36:56 »
Lieber Peter,

die CT wurde mit Kontrastmittel gemacht, da insbesondere die Bandscheiben dargestellt werden sollten. Mir hat man erklärt, das es nicht unüblich ist, dass Kontrastmittel verabreicht wird.

Du hast geschrieben, dass zwei Untersuchungen spritzentechnisch in die Hose gingen, was heißt das genau? Stimmt es denn, dass die Form, wie man Kontrastmittel spritzt eine Auswirkung haben kann (zu viel oder zu schnell gespritzt)?

Wahrscheinlich werde ich nie erfahren, wodurch die Komplikationen verursacht wurden. Die CT Bilder zeigten das die Lunge zu dieser Zeit in Ordnung war und die Probleme von der Halswirbelsäule resultieren. Akute Vorfälle waren nicht vorhanden, einen permanenten Druck auf das Rückenmark konnte man nicht erkennen.

LG;

Susanne

Offline Alex

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #7 am: 24. Juli 2010, 13:24:14 »
Hallo Susanne,

das Kontrastmittel wird in das Rückenmark gespritzt, hier verlaufen alle Nervenkanäle. Dies sollte nur von absoluten Spezialisten gemacht werden, denn man kann sich ja vorstellen, wie schwierig es ist, in solch einen winzigen Punkt einzuspritzen, bzw. ihn zu treffen. Da eben die Nervenbahnen durch das Rückenmark laufen, kann es bei fehlerhaften Spritzen z.B. zu Lähmungserscheinungen u.a. kommen. D.h. die Bandscheibe muss keinen Druck auf das Rückenmark ausüben, es kann nun im Nachhinein eine Ursache vom Spritzen sein.
So wie Du es schilderst, möchte ich fast wetten, dass bei Deiner Hündin irgendetwas beim Spritzen schief gelaufen ist. Die Gefahren sind eigentlich bekannt, da wie Peter schon schrieb, sogar ziemlich oft solche Komplikationen entstehen. Daher sollte man sich nur im absoluten Notfall auf eine Myelographie einlassen. Ich frage mich, wie Peter schon, ob das Spritzen des Kontrastmittels bei der CT unbedingt nötig war. Mir ist es auch eher im Zusammenhang mit Röntgen bekannt.

Ich stelle mir hier die Frage, ob die Ärzte hier nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht haben. Myelographie ist ein hohes Risiko und ich denke, da kann selbst dem besten Arzt ein Fehler unterlaufen, aber hätten sie wirklich gleich eine durchführen müssen??? Oft kann bereits eine normale Röntgenaufnahme den Wobbler darstellen. Hätte diese nichts ergeben und die Medis hätten nicht angeschlagen, hätte man das Risiko Myelographie immer noch eingehen können oder eben erst mal eine CT ohne Kontrast.
Frag doch einfach mal nach, ob die Myelographie denn gleich erforderlich war. Ich glaube, dass man auch ohne auf den Verdacht Wobbler oder Bandscheibe hätte kommen können und erst einmal darauf hätte behandeln können.

Was genau die Schwierigkeit beim Spritzen ist und was passiert, wenn man zu schnell o.ä. spritzt, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass es so gefährlich ist, da eben die Nervenkanäle dort laufen und beeinträchtigt werden können.

Gute Besserung für die Hündin und halte uns bitte auf dem Laufenden!

LG Alex

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #8 am: 24. Juli 2010, 14:22:12 »
Ja, ich verstehe. Der Arzt ist angeblich ein Spezialist auf den Gebiet, daher habe ich darauf vertraut. Ich hatte gefragt, warum man nicht vorher eine Röntgenaufnahme macht, denn eine Deformation der Wirbelkörper hätte man dort auch erkennen können. Man hat mir das CT als Mittel der Wahl präsentiert und nicht über die Komplikationen, wie sie nun eingetreten sind, informiert. Die Aussage war: Es kommt so gut wie nie zu Komplikationen. Vielleicht hätte ich mich besser informieren müssen.

Ich werde weiter berichten.

Susanne

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #9 am: 30. Juli 2010, 10:43:19 »
Hallo,

es hat sich nun bestätigt, dass die Komplikationen durch das fehlerhafte Spritzen des Kontrastmittels verursacht wurden. Hierbei wurden Nerven getroffen, so dass das Kontrastmittel in den Spinalkanal gelangte. Der Arzt hat zugegeben, dass er einen Fehler gemacht hat, was ich sehr mutig und keineswegs selbstverständlich finde. Ich weiß diese Offenheit sehr zu schätzen, dennoch bin ich natürlich sauer. Er hat sich in aller Form entschuldigt. Meiner Hündin geht es täglich besser, sie kann nun alleine stehen und einige Schritte laufen. Es ist noch sehr wackelig, aber ich hätte nie gedacht, dass dies überhaupt möglich ist. Es scheint als würden sich die Nerven erholen, denn die Sensibilität und Beweglichkeit nimmt zu. Die Lungenentzündung macht ihr noch zu schaffen, jedoch kann sie nun besser husten, da sie sich aufsetzen kann und ein wenig bewegt.

Ich werde weiter berichten.

LG;

Susanne

Offline Alex

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #10 am: 22. August 2010, 21:48:51 »
Hallo Susanne,

danke für Deinen Zwischenstand!
Wie geht es Deiner Hündin denn zur Zeit? Es ist ja nun schon fast ein Monat wieder vergangen. Ich hoffe sie macht weiter Fortschritte!!!
Hat Dir der Arzt wenigstens ein paar Kosten erlassen?

Viele liebe Grüße

Alex

Offline sanne28

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Re:Komplikationen nach CT
« Antwort #11 am: 26. August 2010, 14:04:58 »
Hallo Alex,

danke für die Nachfrage. Meiner Hündin geht es einigermaßen, leider macht ihr die Lungenentzündung nach wie vor zu schaffen. Aus diesem Grund ist es auch schwierig mit der Physiotherapie zu beginnen. Sie konnt einigermaßen zu recht. Ich hatte mit einem Bekannten, der Tierarzt in der Schweiz ist, über das Problem gesprochen und er sagte, dass die Chancen, dass sich ihr Zustand weiter verbessert, gut sind. IMMERHIN.

Eine Rechnung habe ich derzeit noch nicht vom Tierarzt, der die Untersuchung durchgeführt hat. Ich hoffe, er stellt keine aus, da ich dies nicht akzeptieren werde. Der Fehler lag eindeutig bei ihm, was sich auch nachweisen lässt. Ich bin gespannt und werde weiter berichten.

LG;

Susanne